KultUrgestein JaMiRi

„Das is so wie bei Jamiri, wo…“
So fängt öfter mal ein Sprecher an.
Und sofort knüpft dann ein andrer dran:
„- ja, genau, und dann der eine so…!“

Alle lachen. Man versteht sich to-
tal: weil jeder sich erinnern kann.
Episch, die Pointen von dem Mann.
In der Bibliothek und auf dem Klo

lasen wir sie, lesen sie noch jetzt:
Physiker, Juristen und Verkrachte
(so wie ich). Man denkt und spricht Jamiri

fast wie Englisch oder Platt. Man lachte
damals und man lacht noch heut, vernetzt.
Comic-Subkultur. So klug war nie sie

 

_________________

Gewidmet (mit Erlaubnis, dankeschön) dem großen Anarcho, dem hintertriebenen Grafiker des Unerwarteten, dem intellektuellsten Witzemacher Deutschlands und dem Schöpfer einiger der besten Pointen überhaupt: JaMiRi. *Verneigung*

Zum Nachspüren im Netz:

Jamiris Homepage

WikiPedia-Artikel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Jamiri

„Der SPIEGEL“ über Jamiri:
http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/jamiri-bestens-geerdet-a-729137.html

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Sommerende

Sommer! Du hast keine Blüten
keine Herbststürme, die wüten,
nix Erwartung, keine Flucht
Nur Sonne. Und Wucht.

Sommer! Blaue Himmelswüste!
Du bist Jugend! Wachsend glühste,
Während unsre Blicke regnen
und Dich und die Weite segnen.

Sommer! Vögel werden stark,
und sie singen bis ins Mark,
werfen sich in Luftes Schluchten,
weil sie lüsten, voller Gier,
weil sie wie die Junkies suchten
nach Dir

Sommer!
Du warst in mir.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Die Geschichte vom Mainstream-Kaspar

Der Kaspar, der war kerngesund,
ein strammer Bub von 40 Pfund,
Er fraß viel, alles schmeckte ihm,
am liebsten schluckte er Mainstream.
Doch einmal fing er an zu schrein:
Ich esse keinen Mainstream! Nein!
Ich esse meinen Mainstream NICHT!
Nein, meinen Mainstream ess ich nicht!

Am nächsten Tage – sieh nur her!
da war sein Kopf schon ziemlich leer.
Das Wenige darin war frisch.
Da schlug er wieder auf den Tisch:
Ich esse keinen Mainstream! Zisch
doch ab mit Mainstream-Suppe, Mutter!
Ich will kein „Sagt-doch-jeder-Futter.“

Am dritten Tag, o weh und ach!
Da dachte Kaspar selber nach.
Es war sehr mühsam, und das Kind
bekam verdammt viel Gegenwind.
Aus Kaspar wurde niemals was.
Verdiente nichts, und ohne Spaß.
Sein Alltag schwer und stumpf wie Blei.
Aber gedanklich war er frei

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Basic love

10: Ich liebe Dich nicht so, wie die Spinne ihr Opfer liebt
20: der Dieb seine Beute
30: die Katze die Maus
40: (just for fun… MY cat fun, of course)
50: so lieb ich Dich nicht
pause 3000
60: Ich lieb Dich so, wie
70: die Blume denkt, dass Sonne und Regen sie lieben
80: Wachsen ist gut
90: Reifen ist gut
100: Du sein ist gut
110: Als Du und nur als Du schön sein ist gut
120: Du bist schön und Schön ist: Du
pause 3000
130: dabei bin ich nur
140: irgend so Kraut, das neben Dir wachsen darf
150: und das einzige, das mich
160: einzig macht, individuell
170: unverwechselbar unverzichtbar unersetzlich, ist dies:
180: goto 10

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Herbstanfang

Herbstbeginn. Ich breche munter
in meinen Tod auf, sagt das Jahr.
Mein Pflanzenkopf wird kahl – und bunter.
Und dann im Winter:
alles runter.
Und dann erzähle ich, was war.
Und lass in meinen kalten Tiefen
den nächsten Frühling prächtig reifen:
die Pflanzen werden blühend beten.
Und krachend prächtig, wie Raketen,
starten die neuen Hoffnungen:
wie wilde Phönixe und Greifen
ins Blau: neu, unmöglich und klar

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Ein Übersetzungsversuch: W. Busch

Selbstkritik

Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
So hab‘ ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;

Zum zweiten denken sich die Leut:
„Der Mann ist lauter Redlichkeit!“
Auch schnapp‘ ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;

Und viertens hoff‘ ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.

[Wilhelm Busch]

The trick

Self-criticism is a hoot:
In telling you I’m not so good
I first- and neatly have assessed:
of all the modest guys – I’m best.

Then, secondly, most people will
think me so HONEST, it’s a thrill:
and you, who would point out with glee
my flaw: I beat you to it, see?

I’m, thirdly, meek, beating up none
but me myself, it’s harshly done;
and overwhelmed, soon all the city
will sing my praise. Just out of pity…

[Timmo Strohm, after an original poem by Wilhelm Busch]

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Limerick vom blöden Dichter

Es war einst ein Dichter, ein bleder
der schickte viel Text durch den Ether.
Doch bei falscher Adresse
gab’s stets auf die Fresse:
Gereimtes per Mail mag nicht jeder.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen