„Barbarisch“ ist jetzt ein Lob!

Kunstguerilla, Klebeninja,
Terroristin mit Plakat,
Wortartistin…Mensch, ich spinn ja
vor Begeisterung! Bin platt.

Plötzlich sprechen tote Wände,
das Verbotsschild wird absurd,
heimlich kleben Dichterinnen-
Hände
die Tristesse furt.

Plötzlich lach ich über Schilder,
(früher hätt ich mich empört)
— Normen werden Kicherbilder,
was nur den Betonkopf stört.

Einfach und genial zu sein,
dass muss eine erstmal bringen.
Nerv der Zeit getroffen! Ein-
stimmig fängt das Netz zu singen

an: wir alle sind begeistert!
Lieber Gott, schütz Barbara!
Und, dass sie noch lange kleistert.

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Umgedreht

drohend hängt
überm Gewölk

das Gebirg

Steinschlagschwarz

als könnt es auf Sterne fallen
durch den Schutzwattenebel
in die Tiefe des blauen Alls

Foto: (c) 2016 Andy Arn. Alle Rechte vorbehalten

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Werbung für Dich

Du bist einmalig.
Du wurdest mit Sorgfalt hergestellt:
Zwei Millionen Jahre Menschheit
– und jetzt: DU.

Dein Lachen ist ansteckend,
wie auch Dein verdammtes Gähnen;
wenn Du lachst, tanzt, blödelst:
hinreißend.

Fehler? Das sind keine Fehler:
das sind verzeihliche, kleine, rührende Macken,
die Dich sympathisch und menschlich machen.

Was Du alles kannst!
Einsamkeit vertreiben, trösten, helfen
…sicher auch mal in nen Fettnapf stolpern;
und mit Stärke Dein Ding durchziehn.

In Dir brodelt
tiefe Kraft: soviel Herzschlag ist noch auf dem Konto!
Deine Augenlider werden sich noch
so viele Male heben
und die Nacht hinter den Mond wegstemmen,
so dass der Tag
seine Freude an Dir haben kann.

Fühlst Dich manchmal, als hättest Du was verpasst?
– Abwarten. Da ist noch
verdammt viel künftiger Spaß gespeichert in Deinem Gehäuse

die Sekunden ticken dahin, aber Du surfst auf Zeitwellen
Deiner Bestimmung entgegen:
Du zu sein.
Dauernd. Täglich. Jetzt schon wieder wunderbar.

Wo sind Deine Grenzen? Das nächste Scheitern
über das Du lachend wegsteigst
wird’s zeigen, na und?

Dieselbe Grenze oder ihr drecks Bruder
erzittert morgen unter Deinem Mut

DU BIST GUT!

Wenn Du weg bist, wird es Dich
nie wieder geben.

Voller Stolz hab ich Dich im Warenkorb meines Freundeskreises: BESSERES HAB ICH NICHT ANZUBIETEN

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Unabhängigkeitserklärung einer Kranken

Wenn es für einen Menschen notwendig wird, für etwas zu kämpfen, das für ihn lebenswichtig ist, lösen sich sämtliche Verbindungen, die ihn in Regeln oder Verpflichtungen festhalten, ganz natürlicher Weise auf.

Die Freiheit, die diese Einsamkeit mit sich bringt, bedarf daher weder einer Entschuldigung noch Rechtfertigung; sie ist ihr eigener Grund, der freies Handeln ermöglicht.

Ich erkläre mich daher für unabhängig von der Meinung sämtlicher Ratgeber, Ärzte, Pfleger und Krankenakten.

Ich erkläre, dass ich die Ausnahme zu jeder Statistik bin.

Ich erkläre mein Recht auf Leben.

Ich erkläre mein Recht auf Trotz, Sturheit, Eigensinn und unerträgliche Launenhaftigkeit.

Ich erkläre, dass ich jeder Krankheit das Recht verweigere, mein Leben zu beeinträchtigen.

Ich erkläre, dass ich nicht die Krankheit bin, dass ich der Krankheit Gefolgschaft und Gehorsam verweigere und ihr jedes Existenzrecht abspreche.

Ich bin die Gesundheit und die Kraft, die ständige Erneuerung und Selbstheilung.

Ich erkläre die Rebellion und den Gegenangriff, und dass ich diesen Tag und Nacht, schlafend und wachend, mit allen mir zur Verfügung stehenden Fähigkeiten, Gedanken, Gefühlen, und mit jeder meiner Körperzellen führe.

Ich erkläre, dass ich darin absolute Unterstützung und Verständnis von jedem meiner Verwandten, Freunde und Bekannten erwarte und dass ich andere erst dann wieder unterstütze, wenn ich dafür Zeit und Nerven übrig habe.

Ich rufe meine Kräfte auf, sich zu sammeln und zu konzentrieren. Die Veröffentlichung dieser Erklärung ist meine persönliche Unabhängigkeitserklärung.

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Das Werkzeug des Meisters

Er war Kind und wünschte sich ein echtes Schwert.
Er war Anfänger und wünschte sich ein gutes Schwert.
Er war geübt und wünschte sich ein hervorragendes Schwert.
Er war Meister, und es wurde ihm egal, welches Schwert er benutzte.
Er war Meister der Meister und benötigte kein Schwert mehr.
Er war Mönch und wünschte sich, wie ein Kind zu sein.
Er war erleuchtet und lag in seiner eigenen Hand
wie der Stock in der Hand des Kindes
mit all diesen unendlichen
Möglichkeiten der Fantasie

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Lass doch den Kalender blubbern,
lass die Zeit am Erbgut schuppern,
täglich kommen neue Falten,
bald gehörst du zu den Alten,
doch Du warst in dieser Zeit!

Warst und bist im Universum,
lebst und frisst nur am Kokon rum,
krümmst dich, Raupe, kommst nicht weit
Sinnfrei: Lust und sinnfrei: Leid.

Existenz und Existieren:
ewig lässt sich nicht marschieren,
irgendwann löst du dich auf

doch der Tod ist nur ein Ende,
Zeit ist kein Lineargelände,

das war nicht dein letzter Schnauf

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Herbst der Erkenntnis

Strahlende Herbstmorgende.
Wie die starke Zuversicht im Lächeln der Siebzigjährigen.

Wie die verlässliche Maschine, die noch nach 10 Jahren besser läuft als das ganze
vor 2 Jahren gekaufte Glump.

Wie der ergraute Sportlehrer, der vorturnt, dass dir die Luft wegbleibt.

Reife. Kraft mit Erfahrung, gewöhnt an ihre erstaunliche
Wirkung auf uns.

Was uns so ergreift:
Schwach altert. Stark reift

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