WENN

Gleich die deutsche Übersetzung lesen? Hier klicken

 

IF
_____________

(Rudyard Kipling)

If you can keep your head when all about you
Are losing theirs and blaming it on you,
If you can trust yourself when all men doubt you,
But make allowance for their doubting too;

If you can wait and not be tired by waiting,
Or being lied about, don’t deal in lies,
Or being hated, don’t give way to hating,
And yet don’t look too good, nor talk too wise:

If you can dream—and not make dreams your master;
If you can think—and not make thoughts your aim;
If you can meet with Triumph and Disaster
And treat those two impostors just the same;

If you can bear to hear the truth you’ve spoken
Twisted by knaves to make a trap for fools,
Or watch the things you gave your life to, broken,
And stoop and build ’em up with worn-out tools:

If you can make one heap of all your winnings
And risk it on one turn of pitch-and-toss,
And lose, and start again at your beginnings
And never breathe a word about your loss;

If you can force your heart and nerve and sinew
To serve your turn long after they are gone,
And so hold on when there is nothing in you
Except the Will which says to them: ‘Hold on!’

If you can talk with crowds and keep your virtue,
Or walk with Kings—nor lose the common touch,
If neither foes nor loving friends can hurt you,
If all men count with you, but none too much;

If you can fill the unforgiving minute
With sixty seconds’ worth of distance run,
Yours is the Earth and everything that’s in it,
And—which is more—you’ll be a Man, my son!


 

 

DANN
__________________________________________
(Nachdichtung / Übersetzung: Timmo Strohm)

Dein Kopf bleibt kühl, wenn alle auf dich teufeln.
(Sie geben auch noch DIR die Schuld dafür).
Du traust dir selbst, wo alle an dir zweifeln,
und zeigst Verständnis, zweifelt wer an dir.

Du wartest ruhig, es fließt in dir wie Wasser
Geduld.
Du lügst nicht, wenn der andre lügt.
Hass macht dich weder hässlich noch zum Hasser,
bist schlau, doch keiner, der mit Schlauheit trügt.

Du träumst, doch lässt den Traum dich nicht beherrschen.
Du denkst, doch ist dein Ziel dabei die Tat.
Und Sieg und Untergang, diesen zwei Ärschen
zeigst du, dass keiner Macht über dich hat.

Du hältst es aus, wenn sie dein Wort verbiegen
und wenn dein Lebenswerk in Trümmer bricht.
Ob auch die Heuchler diese Welt betrügen:
du fängst stets neu an, wie das Tageslicht.

Du setzt dein Lebenswerk auf eine Karte
und fällst voll rein, du ruiniertes Vieh!
…und steckst es ein. Es kommt der Schlag, der harte
– Du jammerst nicht. Kein Ton. Kein „Mimimi“.

Und selbst wenn deine Muskeln, Sehnen, Nerven
schon leer sind, ist da immer noch dein Wille.
Das Schicksal will dich quälen, niederwerfen,
doch deine Seele hält, und deine Hülle.

Du hast mit Armen, Reichen, Dummen, Schlauen
freundlichen Umgang – du bist jedem gleich.
Man kann bei Geld und Liebe auf dich bauen,
bist nicht zu hart – und drum auch nicht zu weich.

Du zählst nur den Moment, nur diesen Atem;
nur diesen kurzen Lauf, nur diese Welt!

WENN DAS SO IST, DANN zeigen deine Taten,
dass du ein wahrer Mensch bist – und ein Held


Eine altmodischere, aber genauere Übersetzung:

Rudyard Kipling:IF

Wenn
__________________________________________
(Nachdichtung / Übersetzung: Timmo Strohm)

 

Wenn dein Kopf kühl bleibt, wo schon alle andern
ihn längst verloren und die Schuld dir geben;
wenn du dir traust, wo alle an dir zweifeln,
und doch für ihre Angst Verständnis hast;

wenn du in wacher Ruhe warten kannst
oder, auch selbst verleumdet, nicht verleumdest,
oder, gehasst, doch nicht dem Hass anheimfällst
und dennoch nicht zu gut, zu weise wirkst

auch träumst, doch dich die Träume nicht beherrschen
und denkst, doch nicht Gedanken nur bezweckst,
wenn du Triumph und Niederlage trägst
und diese zwei Betrüger gleich bewertest

erträgst, zu hören, wie sie deine Wahrheit
schurkisch verdrehn, um Trottel einzufangen;
du sehn kannst, wie dein Lebenswerk zerbröckelt,
und neu anfängst, gebeugt, mit altem Werkzeug;

du all dein Gut auf einen Haufen werfen
und Alles-oder-Nichts riskieren kannst;
alles verlierst. Und wagst, neu zu beginnen
und keine Silbe dem Verlust nachjammerst;

Wenn du dein Herz und deine Nerven, Sehnen
bezwingst, wenn sie schon fast hinüber sind
und durchhältst, ist auch nichts mehr in den Fasern
als Wille, der dem Körper sagt: Halt durch!

Wenn du im Sprechen mit der Menge Tugend,
mit Königen, Natürlichkeit behältst
wenn Feind und Freund dich nicht verletzen können
du alle schätzt, doch niemanden zu sehr,

wenn du die unnachsichtige Minute
mit sechzig vollen Augenblicken füllst
ist dein die Welt mit allem, was darin ist
und – was noch mehr ist – bist ein Mann, mein Sohn!

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