Dein Ruf

Renne bei Nacht in die Hügel
mit bloßem Oberkörper,
starrem Blick,
entschlossenem Gesicht,
stich Deine Faust in den Schwarzhimmel,
hole tief Luft,

benutz den Mond als Megaphon und heul nach Deinem Rudel
dass die Welt schwingt

und sieh
wie von überall her die Büsche rascheln
Sichtspuren zu Dir hin wachsen, schneller werdend

sieh
eine riesige Flutwelle grauer Rücken zu Dir hin branden,
hier kommt die Meute:

man hat Deinen Ruf gehört.

recke ihnen Deinen Blick entgegen,
stich nochmal Deine Faust in den Schwarzhimmel,
heule nochmal

und hör
und lass die Antwort,
ein tausendstimmiges Heulen
an Deiner Brust abprallen wie Hagel

sammle eine Faust Staub auf,
wirf sie empor und schau

wie der Staub aufsteigt und Sterne wird:

benutz den Mond als Megaphon!
Sag denen Dein Wort,
Deine Idee
Dein dunkles Knurren,
das zeigt, wo Beute ist

und spür
wie sie sich spannen, um loszustürmen
eines mit Dir
auf den Weg zu Deinem, Eurem Ziel

Wenn Du Nachts allein liegst und zweifelst
und Geräusche von der Belanglosigkeit Deines Lebens murmeln

benutz den Mond als Fernrohr und schau auf Dich
die Meute kann nie kommen
wenn Du
nicht rufst

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