Unter der Erde

Wem „Unter den Wolken“ nicht depressiv genug ist, der hat natürlich Anrecht auf eine noch deprimierendere Textfassung der ekelhaften Wohlfühlballade. Also, Schwestern der Schwermut und Brüder der Bitterkeit: hinab in die Tiefe! *schluchz*

 

Zur die Melodie von „Über den Wolken…“

 

U-Bahn Weststadt, Gleis Nulldrei…
schon kommt aus dem Schacht der Dunstschwall;
gleich zieht sie an mir vorbei
und verdeckt Graffiti-Kunst-Lall;
und der Kachelboden klebt,
Rattenkot-Partikel stauben…
Taschendiebe sind bestrebt,
Dich im Zug auszurauben.

Refrain:
Unter der Erde,
da muss die Dunkelheit grenzenlos sein
Alle Ängste  und Sorgen, du weißt,
sind ins Schwarz ohne Morgen geschweißt
und egal an welche Hoffnung du glaubst:
bald bist du Stein und Staub.

Ein Pulk Alltagszombies schiebt
mich ins Innere vom Zuge
und wer schlechten Atem liebt,
wär auf einem Höhenfluge…
Jeder zweite zückt sein Fon,
Jeder zehnte hat Verbindung;
doch noch tiefer gehts, und schon:
Ertaubung und Erblindung.

Refrain:
Unter der Erde…

So verschwinden wir im Schacht;
wenn wir jemals wieder kommen,
war´s ein Witz, doch keiner lacht,
denn wir leben wie benommen…
was wir tun, ist doch egal,
morgen tun es halt die andern…
immer endet es fatal,
durchs Absurde zu wandern.

Refrain:
Unter der Erde…

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Gedichtautomat
von Timmo
Strohm
steht unter einer

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